Logo Leseecke
OPEN DIGITAL LITERATURE PROJECT
Des Teufels Steg: Seite 180

Holger wurde hellhörig. Er hatte den Eindruck, dass die Vorstellung langsam aus dem Ruder lief.

Die vom Wahnsinn getriebene Patriotin redete aber weiter: »Und ich werde dir gleich ins Gesicht pissen, du dumme Ali-Schwester! Leg dich auf den Boden!«

Es wurde still. So eine Wende hatte keiner erwartet. Holger knuffte einen der Biker, die neben ihm saßen, deutete durch eine Kopfbewegung auf die »Irrsinnige« und zeigte ihm mit dem Daumen auf die Zelte, wo die Braut seiner Meinung nach zur Ruhe kommen sollte. Denn Sonja war gerade im Begriff, ihren Worten Taten folgen zu lassen. Umständlich fummelte sie an ihrer engen ledernen Hose und versuchte mit wechselndem Erfolg, sie so weit hinunterzukriegen, dass ihr Vorhaben durchführbar gewesen wäre, während der alarmierte Biker zu ihr eilte. Schließlich taumelte die Patriotin ein paarmal, verhedderte sich mit dem Fuß im Hosenbein und stolperte über ihre Hose, sodass sie das Gleichgewicht verlor und am Ende ziemlich unansehnlich auf allen vieren stand, mit dem Allerwertesten nach oben.

»Und jetzt«, brach Jürgen auf einmal das Schweigen, »machen wir ein paar Fickübungen!«

Doch statt sich auf Sonja zuzubewegen, was in Anbetracht der aktuellen Lage vielleicht logischer erscheinen mochte, ging er geradewegs auf die vor Scham und Ausweglosigkeit weinende Türkin zu, während er sich demonstrativ die Hose aufknöpfte. Jürgen packte die Frau an der Schulter und drückte den nackten Körper zu Boden. Dann kniete er vor der Frau, zog seine Hose ein Stück hinunter, um seine Männlichkeit bloßzulegen, und sah sich das nackte Mädchen, das mit eng zusammengepressten, angezogenen Beinen vor ihm auf dem Gras lag, noch einmal genussfreudig an.

»Mach die Beine breit!«, befahl er alternativlos und, als die junge Frau zögerte, ergriff mit den Händen ihre Knie und zog sie gewaltsam auseinander.

Weiter kam Schorsch bei seinem »Liebesakt« nicht. Als er sich gerade auf sein Opfer legen wollte, bekam er von hinten eine kräftige Ohrfeige auf die rechte Gesichtshälfte, wie mit einem Brett ausgeführt, vielleicht war es auch ein Tritt mit dem Fuß, sodass er beinahe das Bewusstsein verlor und zu Boden ging. Jürgen lag noch eine Zeit lang benommen auf der Seite im Gras mit heruntergelassener Hose und versuchte zu realisieren, was geschehen war.

»Bringt die Weiber weg«, hörte er Holger sprechen und sah neben seinem Gesicht einige Paar Bikerstiefel, die sich hin- und herbewegten, während ihre Besitzer die entkleidete Frau von der Wiese hoben und anschließend zusammen mit ihrer Unglücksgefährtin zum Zelt begleiteten.

Eskortiert von dem anderen Biker hatte auch Sonja ihren nächtlichen Unterschlupf erreicht. Sie stand komplett unten ohne vor dem Zelteingang sich auf den Mann stützend, völlig benebelt und unsicher auf den Beinen, und überlegte allem Anschein nach, wie sie in das Zelt gelangen konnte, ohne die Eingangsöffnung zu verfehlen. Schließlich rülpste das Fräulein überaus unromantisch, bückte sich und kroch auf allen vieren ins Zelt. Der Biker, der während der Aktion den Blick auf ihren reizenden Steiß heftete, sah sich ein paarmal um und verschwand, die Gunst der Stunde nutzend, nach Sonja hinter der Eingangsklappe. Der Reißverschluss ging beinahe geräuschlos zu.

(?)
Leseecke Schließen
Lesezeichen setzen
 
Das Geheimnis des vernebelten Passes

Das Geheimnis des vernebelten Passes

Reiseroman von Nikolaus Warkentin
»Jetzt lesen

Jürgen raffte sich auf und zog die Hose hoch. Vor ihm stand Holger.

»Habe ich mich nicht klar genug ausgedrückt, Junge?«, fragte dieser. »Die Mädchen werden nicht angefasst!«

»Was glaubst du, wer du bist, dass du mir Befehle erteilst?«, erkundigte sich Schorsch herausfordernd. »Ich kann dir auch mal das Fürchten beibringen, verdammter Wessi!«

»Nur zu, Junge«, antwortete der Recklinghäuser besonnen und fügte spöttisch hinzu: »Über Stock und über Steine, aber brich dir nicht die Beine.«

Noch etwas benommen stürmte der zweitwichtigste Mann der arischen Vereinigung mit aller Entschlossenheit los auf seinen Kontrahenten, solche Frechheiten wollte er sich nicht bieten lassen. Doch Holger, auf den ersten Blick dem großgewachsenen Thüringer Patrioten körperlich weit unterlegen, war in Wirklichkeit ausgesprochen wendig und offenbar ziemlich zweikampferfahren, denn die wuchtigen Schläge und Tritte, die Schorsch austeilte, gingen in aller Regel ins Leere und wirbelten nur Luft auf, wohingegen sein Gegner ihn dauernd mit kurzen, präzisen Treffern in die Magengrube und unter die Gürtellinie ärgerte und immer wütender machte. In einem günstigen Augenblick fand der Anführer der Motorradgang eine Lücke zwischen Jürgens fliegenden Fäusten und versetzte ihm einen kurzen rechten Haken in den Unterkiefer, sodass der Nationalpatriot nur bunte Kreise sah und vor aller Augen schmachvoll auf die Wiese fiel.

»Ich hab dich gewarnt«, sagte der stolze Sieger mit ruhiger Stimme. »Brich dir nicht die Beine.« Er rieb zufrieden mit der linken Hand die Fingerknöchel an der rechten Faust, mit der der Schlag ausgeführt wurde.

»Hey, Jungs«, erwachte Johannes plötzlich aus seinem psychedelischen Zustand. »Hört doch auf mit dem ganzen Mist! Ist doch alles gut!«

»Nein, Hans, nichts ist gut!«, entgegnete Holger, während Jürgen im Gras saß und Blut spuckte. »Dann komm mal mit auf ein Wort, Bursche!«

Mit Widerwillen stand der Jenaer Zellenchef auf und beide gingen etwas abseits, außer Hörweite der inzwischen ruhig gewordenen Gesellschaft am Lagerfeuer.

| Seite 180 von 233 |

Günstige Downloads für Ihr Gerät

Des Teufels Steg - Wenn sich die Pforte schließt
PDF
Titel: Des Teufels Steg - Wenn sich die Pforte schließt
PDF Dokument: Format A5, 518 Seiten, Dateigröße 217.705 KB, Ausgeführte Dowloads 0, PDF-Reader zum Lesen erforderlich! Auch zum Lesen im Ebook-Reader geeignet
12,99 € N/A
Des Teufels Steg - Wenn sich die Pforte schließt
EPUB
Titel: Des Teufels Steg - Wenn sich die Pforte schließt
E-Book im ePub-Format: Anzahl Seiten deviceabhängig, Dateigröße 917 KB, deviceübergreifend optimiert, Ausgeführte Dowloads 0, e-Book Reader zum Lesen erforderlich!
12,99 € »Epubli Verlag
Des Teufels Steg - Wenn sich die Pforte schließt Titel: Des Teufels Steg - Wenn sich die Pforte schließt
Jetzt eine Printausgabe bestellen! Sie werden gleich auf die Seite des Verlages weitergeleitet, wo Sie Ihr Exemplar bequem erwerben können.
26,99 € »Epubli Verlag

Diese Seite weiterempfehlen

»Link an Freunde senden
Des Teufels Steg - Wenn sich die Pforte schließt von Nikolaus Warkentin

Kurzinhalt

Wolfgang Breitscheid, ein Handelsreisender in Sachen Wein aus Hannover, findet sich plötzlich in der Zeit des Spätmittelalters wieder, während er eine ungeplante Verkaufsreise in den Harz unternimmt. Sein neuer Bekannter, ein Schriftsteller namens Richard Knöpfle, besitzt diese Fähigkeit nicht, aber während er nach dem unerwartet verschwundenen Weinvertreter sucht, stößt er auf eine Zusammenkunft von Rechtsradikalen aus Jena, die im Harz ein Hexenfeuerfest feiern. Derweil sich Richard mit der arischen Vereinigung auseinandersetzt, macht Wolfgang Bekanntschaft mit der Heiligen Inquisition. Es kommt zu einer entscheidenden Schlacht zwischen Gut & Böse und das Edle gewinnt – vorerst, denn das Übel ist nur schwer zu besiegen.
Nikolaus Warkentin

Über den Autor

Name: Nikolaus Warkentin
Geboren: 1962
Hauptberuf: Unternehmer
Hobby: Reisen
Veröffentlichungen: 3
Reiseroman: 1
Novelle: 1
Roman: 1
Kontakt: » E-Mail Nachricht
Statistiken

Zahlen & Daten zum Werk

Aufrufe: 8.025
Online Seiten: 233
PDF Downloads: 0
PDF Seiten: 518
EPUB Downloads: 0
EPUB Seiten: deviceabhängig
Druckzeichen: 1107796
Druckwörter: 202846
Buchseiten: 711
Erschienen: March 2024

Ihre Spende ist willkommen!

Wir stellen Ihnen gerne alle Inhalte unserer Webseite kostenlos zur Verfügung. Sie können die Werke auch in der E-Book-Version jederzeit herunterladen und auf Ihren Geräten speichern. Gefallen Ihnen die Beiträge? Sie können sie alle auch weiterhin ohne Einschränkungen lesen, aber wir hätten auch nicht das Geringste dagegen, wenn Sie sich bei den Autoren und Autorinnen mit einer kleinen Zuwendung bedanken möchten. Rufen Sie ein Werk des Autors auf, an den Sie die Zuwendung senden wollen, damit Ihre Großzügigkeit ihm zugutekommt.
Tragen Sie einfach den gewünschten Betrag ein und drücken Sie auf "jetzt spenden". Sie werden anschließend auf die Seite von PayPal weitergeleitet, wo Sie das Geld an uns senden können. Vielen herzlichen Dank!

Diese Seite weiterempfehlen

»Link an Freunde senden
Kreisende Punkte
Leseecke Schließen